Japan Corporate Tax: Die 70.000-Yen-Mindeststeuer (Inhabitant Tax) & echte GK-Fixkosten
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Wenn dir grenzüberschreitende Vermittler eine japanische Firmengründung schmackhaft machen – oder ausreden – wollen, nutzen sie am liebsten Halbwahrheiten bei den laufenden Unterhaltskosten.
Auf der einen Seite stehen die Panikmacher: „Bro, eine Firma in Japan kostet ein Vermögen! Steuern, Rente, Buchhalter – unter mehreren Millionen Yen im Jahr läuft da gar nichts!“ Auf der anderen Seite die Gurus: „Kein Problem! Kaufe Immobilien einfach über eine Firma, rechne alles gegen, zahle 0 Euro Steuern und lebe das System komplett kostenfrei aus!“
Beide Seiten erzählen Unsinn. Die einen wollen dir überteuerte Verwaltungspakete andrehen, die anderen halten das japanische Finanzamt für eine Wohlfahrtsorganisation. Zeit für einen transparenten Kassensturz: Was kostet eine remote geführte Godo Kaisha (GK) als Zweckgesellschaft für Mietimmobilien wirklich im Jahr?
Die „Atemsteuer“ für juristische Personen: Per-Capita Inhabitant Tax
Abschnitt betitelt „Die „Atemsteuer“ für juristische Personen: Per-Capita Inhabitant Tax“Es stimmt tatsächlich: Durch Sonderabschreibungen (z. B. 4-Jahre-Beschleunigte AfA für ältere Holzgebäude) und betriebliche Ausgaben lässt sich der steuerliche Gewinn einer Immobilien-GK in Japan auf dem Papier problemlos auf 0 Yen oder ins Minus drücken. Gewinnabhängige Körperschaftsteuern fallen in diesem Fall faktisch nicht an.
Aber das japanische Lokalsteuerrecht hat eine unumstößliche Barriere eingebaut: Die Corporate Inhabitant Tax Per-Capita Rate (法人住民税均等割 – Hojin Juminzei Kingyowari), in Investor-Kreisen scherzhaft als „die Steuer fürs bloße Atmen der Firma“ bezeichnet.
Sobald deine Gesellschaft im Handelsregister von Tokio oder einer anderen Kommune eingetragen ist, nutzt sie theoretisch lokale administrative Ressourcen. Ob du Gewinn machst, 0 Euro Umsatz generierst oder tiefrote Zahlen schreibst, ist der Behörde völlig egal: Diese Abgabe ist fällig. Im Grunde eine Infrastruktur-Flatrate.
Für Mikro-Gesellschaften (Kapital unter 10 Mio. JPY, unter 5 Mitarbeiter) gilt standardmäßig:
- Tokio (23 Bezirke): Pauschal 70.000 JPY pro Jahr (Tokio Metropolitan Tax).
- Außerhalb Tokios: Präfektur- und Kommunalsteuer kombiniert ebenfalls ca. 70.000 JPY pro Jahr.
Jedes Jahr im Mai flattert der Steuerbescheid vom Finanzamt pünktlich in den Briefkasten. 70.000 Yen – umgerechnet rund 430 bis 450 Euro. Das ist der absolute Mindestpreis, um eine juristische Person in Japan legal am Leben zu halten.
Die realen Jahreskosten einer Remote-Immobilien-GK
Abschnitt betitelt „Die realen Jahreskosten einer Remote-Immobilien-GK“Hier ist das realistische Jahresbudget für ein Standard-Setup: Eine Remote-GK mit Immobilienbestand in Tokio, einem lokalen Virtual Office und einem lizenzierten japanischen Steuerberater (Zeirishi) für den Jahresabschluss.
| Kostenkategorie | Empfänger / Anbieter | Jährliche Kosten (JPY) | Details & Impact |
|---|---|---|---|
| Corporate Inhabitant Tax (均等割) | Steueramt Tokio / Kommune | 70.000 | Absolute Pflichtabgabe zur Aufrechterhaltung der Legal Entity – auch bei Verlust. |
| Virtual Office | GMO, DMM, Karigo etc. | 36.000 bis 60.000 (ca. 3.000–5.000 / Monat) | Bietet eine repräsentative Registrieradresse im Zentrum Tokios inkl. Post-Scan und Weiterleitung. |
| 050 VoIP-Festnetz | My050, SUBLINE etc. | 6.000 bis 12.000 (ca. 500–1.000 / Monat) | Pflicht für den Handelsregistereintrag und Bankkonten als offizielle Firmennummer. |
| Japanische Mobilfunknummer | Mobal, HanaCell etc. | 1.500 bis 12.000 (ab ca. 10 USD / Jahr) | Echtes 070/080/090-Nummernband per Pass-Verifizierung für den Empfang von 2FA-SMS. |
| Steuerberater (Jahresabschluss) | Lizenzierte Zeirishi-Kanzlei | 100.000 bis 150.000 | Reine Holding-Struktur mit wenig Buchungen: Reiner Jahresabschluss, AfA-Ansetzung & Steuererklärung. |
| GESAMT | ca. 213.500 bis 304.000 (ca. 1.300 € bis 1.900 € / Jahr) | Bereits 1 bis 2 Monatsmieten einer kleinen Tokio-Eigentumswohnung decken die kompletten Fixkosten ab. |
Zwei Kostenfallen, die du unbedingt vermeiden musst
Abschnitt betitelt „Zwei Kostenfallen, die du unbedingt vermeiden musst“Wer seine Abwicklung schlank halten will, muss zwei typische Agentur-Fallen umgehen:
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Keine monatliche Steuerberater-Pauschale unterschreiben! Eine reine Holding-Gesellschaft für Mietimmobilien hat im Jahr vielleicht ein paar Dutzend Transaktionen (Mieteinzahlungen, Hausverwaltungsgebühren, Nebenkosten). Lass dir keinen Monatsvertrag über 20.000 bis 30.000 JPY aufschwatzen. Suche gezielt nach Kanzleien, die einen reinen Jahresabschluss-Service (Nen-ichi Kekkan) anbieten. Am Ende des Geschäftsjahres lädst du den CSV-Bankauszug und deine Rechnungs-PDFs hoch – fertig. Das spart schnell einige Tausend Euro im Jahr.
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Keine Sozialversicherung für Geschäftsführer ohne Wohnsitz anmelden! Wenn du deinen Wohnsitz außerhalb Japans hast und dir kein Gehalt in Japan auszahlst (Geschäftsführer-Vergütung auf 0 JPY festgesetzt), entfällt die Pflicht zur japanischen Renten- und Krankenversicherung (Shakai Hoken / Kosei Nenkin). Dadurch sparen Investoren monatlich dreistellige Beträge an erzwungenen Abgaben.
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