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English-Speaking Tax Accountant in Tokyo: Die 400.000-Yen-Falle (und der 50k-Workaround)

Viele Expat-Agenturen in Tokio lieben ein ganz bestimmtes Spiel: Panikmache. Kaum hast du deine japanische K.K. oder Godo Kaisha gegründet, flüstern sie dir schauerliche Geschichten ins Ohr: „Wenn du nicht jeden Monat einen Steuerberater für teures Geld buchst, steht morgen die Finanzbehörde vor der Tür!“ So als wäre es eine Straftat, in Japan eine Firma zu halten, ohne jeden Monat tausende Yen an Papier-Schubser zu überweisen.

Ehrlich gesagt: Das ist absoluter Quatsch.

Wenn deine japanische Firma reine Holding-Struktur hat, keine Angestellten beschäftigt, dir selbst kein Gehalt auszahlt und im Grunde nur dazu dient, eine Eigentumswohnung in Tokio zu verwalten und Miete zu kassieren, dann ist ein monatlicher Steuerberater-Retainer nichts anderes als eine persönliche Spende an die japanische Dienstleister-Lobby. Reine Geldverbrennung für dein Seelenheil.

Schau dich mal auf dem Markt für zweisprachige Steuerberater in Tokio um. Die meisten trauen sich nicht einmal, ihre Preise transparent auf die Website zu schreiben. Und die paar, die es tun, verlangen Summen, bei denen einem schwindelig wird.

Da gibt es zum Beispiel Kanzleien wie Shinsei International: Ein Beratungsgespräch auf Japanisch kostet 20.000 Yen pro Stunde. Wünschst du das Ganze auf Englisch? Bumm – 30.000 Yen pro Stunde (ca. 190 Euro für 60 Minuten Kaffeesatzlesen). Selbst wenn deine Firma das ganze Jahr über kaum Umsatz macht, verlangen sie 22.000 Yen Monatsgebühr, plus 165.000 Yen für den Jahresabschluss und nochmal 110.000 Yen für die Umsatzsteuererklärung. Macht unterm Strich über 450.000 bis 500.000 Yen im Jahr. Für schlichtweg gar nichts.

Oder BPS International: Die locken mit „33.000 Yen Rabatt bei Firmengründung“. Klingt super, hat aber einen Haken: Du musst dich an ihr langfristiges Steuer-Paket ketten. 27.500 Yen monatlich für die Buchhaltung, plus 99.000 Yen Jahresabschluss. Macht fix geknechtete 430.000 Yen pro Jahr.

Warum machen die das? Ganz einfach: Sie verkaufen schlichten Asset-Holding-Gesellschaften dieselben überdimensionierten Leistungspakete, die eigentlich für operative Unternehmen mit Angestellten, Visa-Sponsoring und komplexem Warenverkehr gedacht sind.

Braucht eine Inaktive/Miet-Holding überhaupt laufende Steuerberatung?

Abschnitt betitelt „Braucht eine Inaktive/Miet-Holding überhaupt laufende Steuerberatung?“

Um zu verstehen, warum das Abzocke ist, musst du wissen, wo in Japan die steuerliche Komplexität herkommt. Die entsteht genau durch zwei Dinge:

  1. Lohnsteuerabzug bei Gehältern.
  2. Sozialversicherung (Kōsei Nenkin & Kenkō Hoken).

Wenn deine Firma aber reine Sparbüchse oder Immobilien-Vehikel ist, setzt du das Geschäftsführer-Gehalt (役員報酬) einfach auf Null. Keine Angestellten, kein Gehalt. Damit schrumpft die Sozialversicherung und die Lohnsteuer auf exakt null Aufwand.

Über die 365 Tage des Jahres passiert auf deinem Geschäftskonto fast nichts: Einmal im Monat geht die Miete ein, einmal geht die Hausverwaltungsgebühr ab. Dein Konto zeigt Herzstillstand im positiven Sinne. Wer dafür 30.000 Yen im Monat zahlt, damit jemand diesen Ruhepuls betrachtet, schmeißt sein Geld sprichwörtlich aus dem Fenster.

Der Lean-Workaround: In 3 Schritten zum 80%-Rabatt

Abschnitt betitelt „Der Lean-Workaround: In 3 Schritten zum 80%-Rabatt“

Du sprichst kein Japanisch und hast keine Lust, japanisches Steuerrecht zu studieren? Kein Problem. Du brauchst weder Behördenspanisch noch teure Expat-Kanzleien. Die Lösung sieht so aus:

  1. Automatische Buchhaltung via Software: Verbinde die japanische Cloud-Buchhaltungssoftware freee direkt mit deinem Firmenkonto (z. B. GMO Aozora Bank oder Sumishin SBI Net Bank). Mieteinnahmen und Verwaltergebühren werden automatisch importiert. Ein Klick zur Bestätigung im Monat – das war’s.
  2. Einmaliges „Spot Filing“ zum Jahresende: Japanische Firmen müssen nur einmal im Jahr – zwei Monate nach Ende ihres Geschäftsjahres – eine Steuererklärung (spotted/annual declaration) abgeben. Unterschreibe keinen Dauermietvertrag. Bucht stattdessen ein einmaliges Jahresabschluss-Paket (法人決算申告スポット) bei einem lokalen japanischen Steuerberater über Plattformen wie coconala oder Zeirishi.com. Kostenpunkt: ca. 50.000 bis 100.000 Yen.
  3. Kommunikation rein per E-Mail & Translator: Schicke am Jahresende den Excel-Export aus freee und die Kontoauszüge hin. Schreib eine kurze E-Mail via DeepL: „Holding-Firma, nur Miet-Einnahmen, kein Gehalt, bitte Jahresabschluss machen und per e-Tax einreichen.“ Fertig.
Kostenpunkt Expat-Kanzlei (Tokio Standard) Lean-Setup (freee + Spot-Tax)
Laufende Monatsgebühr 22.000 – 30.000 JPY 0 JPY (im freee-Abo inkl.)
Jahresabschluss / e-Tax 165.000 – 250.000 JPY 50.000 – 100.000 JPY
Gesamtkosten / Jahr 400.000 – 550.000 JPY 50.000 – 100.000 JPY

Du sparst mit dieser Methode geschmeidige 80 % deiner Compliance-Kosten.

Timing: Wann wird in Japan eigentlich abgerechnet?

Abschnitt betitelt „Timing: Wann wird in Japan eigentlich abgerechnet?“

Viele glauben fälschlicherweise, japanische Firmensteuern würden wie die Einkommensteuer immer im Februar/März fällig. Falsch.

Dein Geschäftsjahr (決算期) legst du bei der Firmengründung in der Satzung (定款) selbst fest. Das kann März sein, September oder Dezember. Die Frist für die Steuererklärung endet exakt zwei Monate nach Ablauf deines gewählten Geschäftsjahres.

  • Endet dein Geschäftsjahr am 31. März, ist die Deadline der 31. Mai.
  • Endet es am 30. September, ist es der 30. November.

Du musst also nicht ein halbes Jahr vorher in Panik geraten. Sobald das Geschäftsjahr endet, exportierst du die Daten und gibst dem Spot-Steuerberater 2–3 Wochen Zeit.

Hol dir das Basis-Paket von freee (ca. 2.000–3.000 JPY/Monat). Verknüpfe dein japanisches Online-Banking. Kategorisiere die paar Buchungen einfach mit den Standard-Tags:

  • Mieteingang ➔ 売上 (Umsatz)
  • Hausverwaltung / Fee ➔ 支払手数料 (Dienstleistungskosten)
  • Grundsteuer ➔ 租税公課 (Steuern und Abgaben)

Am Tag nach Ende deines Geschäftsjahres loggst du dich bei freee ein und ziehst zwei Dokumente raus:

  1. Hauptabschluss / Summen- und Saldenbilanz (残高試算表) als PDF/Excel.
  2. Hauptbuch (総勘定元帳) mit allen Einzelbuchungen. Dazu lädst du die Bankkonto-Auszüge der letzten 12 Monate als PDF aus deinem Online-Banking herunter.

Gehe auf coconala oder Zeirishi.com (税理士ドットコム) und suche nach dem Begriff: 法人決算申告スポット.

Wähle einen Steuerberater mit einer Bewertung von > 4,8 Sternen und einem Festpreis zwischen 50.000 und 100.000 Yen. Kopiere einfach diesen japanischen Text in deine Anfrage:

Anfrage-Template: 初めまして。法人決算申告のスポット依頼を検討しております。 弊社の状況は以下の通りです: ・事業内容:不動産賃貸管理(取引件数は年間数件程度) ・役員報酬:ゼロ ・従業員:なし ・会計ソフト:freeeにて入力済み(総勘定元帳・試算表出力可能) e-TaxおよびeLTAXによる電子申告を含めて、お見積もりと納期をご教示いただけますでしょうか。よろしくお願いいたします。

(Bedeutung: Hallo, ich suche eine einmalige Steuererklärung für meine Firma. Status: Immobilienverwaltung, 0 Yen Gehalt, keine Angestellten, freee vollständig geführt, sehr wenige Transaktionen. Bitte um Angebot inkl. e-Tax/eLTAX Übermittlung.)

Sobald der Steuerberater diesen Text liest, weiß er sofort: Hier weiß jemand, wie der Hase läuft. Kein Spielraum für Mondpreise.

Der Steuerberater erledigt die Steuerkorrekturen, tippt das Ganze in das Behörden-Portal e-Tax bzw. eLTAX ein und schickt dir die Bestätigung (受信通知) zusammen mit den Zahlungsaufforderungen.

Es gibt genau zwei Steuern, die anfallen können:

  1. Nationale Körperschaftsteuer (法人税): Wenn deine Immobilie durch Abschreibungen (減価償却) rechnerisch Verlust macht, beträgt diese Steuer 0 Yen.
  2. Lokale Firmen-Einwohnersteuer (法人住民税均等割): Das ist die pauschale Sockelsteuer für das bloße Existieren deiner Firma. In Tokio liegt diese bei ca. 70.000 Yen pro Jahr (unabhängig von Gewinn oder Verlust).

Zahlen kannst du das extrem geschmeidig über dein japanisches Online-Banking via Pay-easy (税金・各種料金払込). Steuer-Nummer eintippen, TAN eingeben, erledigt.

  1. „Brauche ich eine My Number Card?“ Nein! Der Steuerberater reicht die Steuererklärung über sein eigenes, zertifiziertes Berufsträger-Zertifikat bei der Finanzbehörde ein. Du brauchst weder eine Japanische ZMR-Karte, noch eine Personal-Number-Card oder ein Kartenlesegerät.
  2. Der Abo-Falle gekonnt ausweichen Einige Steuerberater versuchen nach dem Spot-Job freundlich zu fragen: „Sollen wir für das nächste Jahr einen Monatsvertrag über 15.000 Yen machen?“ Antworte einfach trocken mit diesem Satz:

    弊社は取引数が極めて少ないため、次回もスポットでお願いしたく存じます。 (Umsatz/Transaktionen sind bei uns minimal, wir verbleiben auch nächstes Mal beim Spot-Filing.)

Danach ist Ruhe im Karton – und ein paar tausend Euro gespart.

KI-gestützte Übersetzung. Im Zweifelsfall bitte die chinesische oder englische Originalversion heranziehen.